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05 Oktober 2018

Autonomes Entscheiden

Massives Unbehagen setzt ein, wenn Computer „autonom“ über Menschen entscheiden könnten. Art 22 Abs. 1 DSGVO verbietet gar die „automatisierte Einzelfallentscheidung“ der Maschine über den Menschen. Erstaunlich ist das deswegen, weil die Ungleichbehandlung von Menschen durch Menschen alltägliche Praxis ist. Ein „harmloses“ Beispiel ist die Bewerberauswahl mittels Bauchgefühl (siehe bei der Zeit). Unabhängig davon, dass abgelehnten Bewerbern auch dann wohl die diskriminierungsfreie Auswahlentscheidung dargelegt werden könnte (siehe auch hierzu die Zeit), wird die Ungleichbehandlung durch Menschen weitläufig hingenommen, statt zu fordern, dem endlich durch den Einsatz geeigneter Programme ein Ende zu bereiten (auch wenn das noch ein weiter Weg ist, siehe hier). Warum ist die Autonomie des Richters, den einen Dieb zu Gefängnis und den anderen zur Bewährung zu verurteilen, akzeptabel, wohingegen objektiven und prüfbaren KIs das Urteilen verwehrt sein soll?

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Autor

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Matthias Hartmann

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