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September 6, 2018

Kommissionen statt Potentiale

Entwicklung und Einsatz von AI setzen Zugang zu großen Datenmengen voraus. Damit verbunden sind juristische und ethische Fragen. Diese sind schwer zu beantworten, solange niemand weiß, was eine AI so alles damit anfangen könnte. Nun wäre es eine Strategie, erst mal abzuwarten, was da an tollen Möglichkeiten entsteht, dann die damit verbundenen Risiken zu bewerten und zu regulieren soweit sich dies als erforderlich erweist.

Nicht so die Bundesregierung. Bekanntlich lautet in Deutschland das Motto für das Digitalzeitalter „lieber regulieren als machen“. Die Lösung der Bundesregierung ist natürlich eine Kommission. Die darf sich Vorschläge für die Regulierung ausdenken. Wichtig ist es, eine solche Gruppe so zusammenzusetzen, dass niemand das Sammeln ethischer Bedenken und Sorgen vor Technik mit frischer Begeisterung für die Möglichkeiten stört. Deshalb sind die Mitglieder Repräsentanten der durch AI bedrohten Industrie, Erklärte Daten- und Verbraucherschützer, Verwaltungs- und Regulierungsprofis und dann noch Sachverständige zur Erläuterung der Technik. Diese Kommission soll klären „welche Rolle wir den neuen Technologien in der Zukunft zukommen lassen wollen?“. Das ist das ganze Dilemma auf den Punkt gebracht: erst wird die Rolle zugewiesen, dann auf die Technik gewartet. Ob sich die Technikentwicklung weltweit an diese Befindlichkeit hält? Dafür bräuchte sie erhebliche emotionale Intelligenz.

Der einzige Lichtblick: Die Kommission soll erst in einem Jahr ihre Empfehlungen vorstellen. Es wird also etwa zwei Jahre nicht schlimmer.


Autor

Matthias Hartmann

HK2 Rechtsanwälte

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